Einfach mal ausprobieren: Lisa-Maria Könemann, Marina Beller, Kader Baykaya, Nicole Sonnenberg und Anatoliy Danilov (v. l.) aus der 8a der Hauptschule Bünde in der Schweichelner Jugendhilfe-Malerwerkstatt.                                                                                                         FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL

Schüler lernen ihre Stärken kennen
62 Achtklässler der Bünder Hauptschule nehmen an Kompetenzfeststellungsverfahren teil

VON KARL-HENDRIK TITTEL

Bünde / Hiddenhausen-Schweicheln.
Die Hauptschule Bünde geht bei der Berufsberatung ihrer Schüler neue Wege. Im Juni beteiligen sich 62 Jugendliche der Hauptschule – alle drei Klassen des achten Jahrgangs – an einem mehrstufigen Kompetenzfeststellungsverfahren. Möglich wurde dies durch Fördermittel aus dem Innovationsprojekt „Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten“.


5.000 Euro stellten die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Weiterbildung sowie die Stiftung Partner für Schule NRW für die Bünder Bildungseinrichtung zur Verfügung.

Als Kooperationspartner entschied sich die
Hauptschule für die Evangelische Jugendhilfe Schweicheln, in deren Räumlichkeiten das Feststellungsverfahren auch durchgeführt wird.

„Uns gefällt die Vielfalt der Werkstätten, die Möglichkeiten sind aus unserer Sicht ideal“, sagt Rosemarie Kellermeyer, Berufswahlkoordinatorin der Hauptschule. Die Schüler könnten sich aus fünf Berufsfeldern, beispielsweise Maler, Metallverarbeitung oder Hauswirtschaft, drei aussuchen und diese näher kennenlernen. Neben dieser praktischen Komponente gibt es mit verschiedenen Tests auch eine theoretische und die Schüler werden zudem von geschulten Betreuern in den Werkstätten hinsichtlich ihrer Kommunikations-, Konzentrations- oder Teamfähigkeit beobachtet. Ferner steht ein Besuch beim BIZ an. 
„Die gesamte Auswertung erfolgt am Ende durch zwölf Sozialpädagogen unseres Hauses“, sagt Petra Schweers von der Jugendhilfe. „Mit dem mehrstufigen Kompetenzfeststellungsverfahren geben wir bereits unseren Achtklässlern die Möglichkeit, ihre persönlichen Stärken zu erforschen und mit dem wichtigen Thema Berufswahl frühzeitig zu verbinden“, so Kellermeyer. Die Ergebnisse des Beruffindungstests würden im Rahmen der individuellen Förderung immer wieder im Schulalltag aufgegriffen.

„Ich finde das gut, bekomme Einblicke in mögliche Berufe, über die ich vorher kaum etwas wusste, und bin dafür sehr dankbar“, sagt Anatoliy Danilov aus der 8a. Genauso sieht es Mitschülerin Gamze Celik: „Das macht viel Spaß und ist eine sehr interessante Erfahrung.“

Neue Westfälische vom 10. 6. 2009



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