1977/1978
Gleich zu Anfang dieses Schuljahres wurde die Kollegin Frau Wegert aus persönlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, |
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verabschiedet gestern in Bünde
Bünde. Nach 42jähriger Tätigkeit als Lehrer nahm Walter Neukamm gestern Abschied vom Schuldienst. In einer, kleinen Feierstunde in der Aula der Hauptschule Bünde-Mitte würdigte Rektor Horst Pieper das Wirken des Mannes in über vier Jahrzehnten. Allein 32 Jahre lang hat Walter Neukamm an Bünder Schulen unterrichtet. | sssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssss In Duden, im Kreise Pillkallen, unmittelbar an der Grenze nach Litauen, stand die Wiege des ostpreußischen Lehrersohnes. Der am 18. Mai 1913 Geborene studierte nach dem Abitur an der Hochschule für Lehrerbildung in Elbing und trat im Mai 1936 in Löbegallen, Kreis Pillkallen, seine erste Lehrerstelle an. An verschiedenen anderen Orten Ostpreußens wirkte Walter Neukamm in den folgenden Jahren an ein- und zweiklassigen Volksschulen. Er erinnert sich gerne an die Dörfer mit ihren klangvollen Namen, die im "tausendjährigen Reich" umgetauft wurden und heute, im sowjetischen Teil Ostpreußens liegend, wiederum andere Namen tragen: Baltruschatschen bei Lesgewangminnen im Kreise Tilsit-Ragnit, Reg.-Bez. Gumbinnen, seiner zweiten Dienststelle, oder an Pallmohnen bei Lengwethen, wo er seine Frau Ruth kennen lernte, die er dann als Lehrer in Pokraken, Kreis Tilsit-Ragnit, im Januar 1938 heiratete. Von dort aus wurde Walter Neukamm zum Kriegsdienst eingezogen, der ihn ab 1939 bis zum Ende festhielt. Nach Kriegsende musste die Familie die ostpreußische Heimat verlassen und kam nach Bünde, wo Vater Neukamm Frau und Kinderchen wiederfand. Seit Dezember 1946 bis jetzt wirkte er als Lehrer in Bünde, zunächst an der Volksschule mit Aufbauzug Auf'm Tie, an der Grundschule Auf'm Rott und seit ihrem Bestehen an der Hauptschule Bünde-Mitte. In
den Gründer- und Aufbaujahren gehörte Walter | ssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssxx Neukamm dem Verein Bünder Schullandheim an. 13 Jahre lang war er im Vorstand dieses Vereins, der ihm den Posten des Kassierers anvertraut hatte. Für seinen Ruhestand hat der passionierte Angler bereits vorgesorgt. Wenn er dann mit seiner Angelrute am Wasser sitzt, fernab aller Hektik und Unrast, kann er seine Gedanken auf die Wanderschaft schicken, in seine verlorene Heimat mit ihrer unvergleichlichen Schönheit, mit ihrer Beschaulichkeit und Ruhe, die ihn, der dort aufwachsen durfte, geprägt hat und von der er köstliche Geschichten zu erzählen weiß. So von Schmuggelfahrten der Knaben über den Grenzfluss Czeczuppe ins Litauische, um hochprozentigen Sprit zu holen, den es jenseits des Flusses unvergällt gab, oder vom Rubbeljack, einem hochprozentigen Gebräu, zubereitet mit gemahlenem Pfeffer und ausgelassener Butter, das man hinter dem Ofen aufzubewahren pflegte, damit es warm blieb. Vielleicht sollte er solche und andere Geschichten aufschreiben, um sie der Nachwelt zu erhalten - sofern ihm sein Pensionärsdasein Zeit dazu lässt. Den vielen guten Wünschen für den wohlverdienten Ruhestand, die Walter Neukamm gestern übermittelt wurden, schließt sich mit der NEUEN WESTFÄLISCHEN die ungezählte Schar derer an, die sich gerne ihres allgemein beliebten Lehrers erinnern. |